Okay, es wird Zeit, dass ich euch mal wieder erzählen, was ich hier so treibe. Ich bin natürlich die ganze Zeit am Lernen und kann deswegen nicht so viel in meinem Blog schreiben.

Na okay, das stimmt nicht so ganz, aber ist schon viel, fast jeden Tag neue Vokabeln und Zeichen lernen. Bis jetzt hatte ich nur mal 3-wöchige Intensivkurse in einer Sprache, da ist das hier schon etwas anstrengender. Wahrscheinlich auch etwas einseitig mit der Zeit, denn auch im Studium hatte ich ja doch immer ziemlich verschiedene Sachen, aber hier jetzt nur noch Chinesisch jeden Tag.
Inzwischen habe ich ein paar Plätze gefunden an denen man etwas "heimisches" finden kann. Okay, im Prinzip ist das nicht wirklich schwer hier. Sogar ein Villeroy&Boch Laden ist ja nicht weit von hier.
Aber wirklich nützlich ist Carrefour! Ein rießiger Supermarkt mit all den tollen Sachen die ein Europäer hier vermissen könnte. Ich habe mir ein Glas Nutella geleistet (obwohl ich das in Deutschland nur sehr selten esse) und ein Philadelphia. Aber, immer geht das auch nicht, denn die importierten Sachen sind teuerer als in Deutschland. Die "normalen" Sachen sind dann aber auch im Carrefour recht günstig.
Aber auch hier kann man sich angucken, wie das Essen vor einem rumschwimmt, bevor man es mitnimmt. Also an irgendwas Lebendes im Supermarkt kann ich mich echt nicht gewöhnen. Ist doch Tierquälerei, was aber anscheinend mal wieder eine eher europäische Einstellung ist. Alle Asiaten fanden das ganz normal. Die Philippiner meinten nur, man muss sie ja nicht selbst töten, dass machen die ja und dann wäre der Fisch wenigstens frisch.
Ich habe jetzt auch schon ein paar Mal kleine Käfige auf einem Fahrrad festgeschnallt gesehen (auf Fahrrädern können die hier irgendwie alles transportieren), und auch beobachtet wie hinter der Uni die Woche einer zwei süsse kleine Kaninchen gekauft hat. Ich glaube nicht, dass der die für sein Kind gekauft hat. Ich weiss wir essen auch Kaninchen, aber ich sehe mein Essen lieber nicht vorher noch lebendig.
Im IKEA waren wir dann auch mal. Dort gibt es genau die selben Sachen wie bei uns. Ich dachte, die Warenpalette wäre vielleicht etwas an China angepasst. Aber ich glaube das wollen die gar nicht, wenn sie bei IKEA einkaufen gehen. Sie wollen dann viel eher europäische Sachen. Leon, ein chinesischer Freund von Randolf, der mit uns dort war, meinte dann auch, dass IKEA in China ziemlich teuer ist. Man bezahlt also auch noch mehr, nur um etwas von IKEA zu haben.
Es war dann auch ziemlich voll da. Und überall sassen Leute rum, viel mehr wie bei uns. Wir probieren die Sachen ja dann höchstens mal kurz aus, aber die hatten es sich da richtig gemütlich gemacht. Einige haben auch geschlafen, aber das sieht man auch überall. In der Metro schlafen meistens welche, aber am besten fand ich den der im Bücherladen geschlafen hat, auf der Treppe sass er mit einem offenem Buch vor sich liegend und dem Kopf gegen die Wand gelehnt.
Am Freitag waren wir abends im Goethe Institut zu einer Vorführung von deutschen und (einem) chinesischem Kurzfilmen. Das war schon ganz interessant. Wir kamen dort recht spät an, und wurden dann gefragt, ob wir uns angemeldet hatte. Wir wussten ja aber gar nicht, dass man das muss, war aber eben irgendwie eine besondere Veranstaltung noch mit Büffet hinterher. Wir durften dann aber trotzdem rein und fanden noch einen Stehplatz ganz hinten bei schon vielen anderen. Nach den Filmen gab es dann noch eine kurze Diskussion und dann das Büffet, von dem wir dann auch noch was gegessen haben, mal wieder deutsches Essen und das auch noch umsonst.